Die Cockpits im Wandel

Es ist ein regnerischer Tag, im Mauerwerk der ehemaligen St. Peter’s Church klafft ein riesiges Loch und draußen gibt es laute Kommandos, die nur noch vom Motorgeräusch des Kranwagens übertönt werden. Im Innern des Gebäudes warten geduldig einige Männer auf den Augenblick, die Cockpits der Buccaneer und der Canberra nacheinander „in Empfang zu nehmen.“ Bis zur endgültigen Aufstellung beider Geräte regnet es weiter in Strömen und drinnen wischen sich die Männer den Schweiß von der Stirn. Es vergehen weitere Stunden bis zur endgültigen Aufstellung der Flugzeugkanzeln und zu guter Letzt wird die Mauer wieder geschlossen. Das Alles liegt schon einige Zeit zurück.

Heute sieht es so aus, als hätten die gewaltigen Flugzeugteile immer schon diesen Platz eingenommen. Nur Fotos erinnern noch an diesen Tag. – Nach dem „Aufbocken“ der Cockpits kamen die Techniker: Elektriker, Flugzeugmechaniker, Ingenieur, Schlosser und Navigator, diese sind im Museum auch als „Cockpit-Gruppe“ bekannt. Sie traf und trifft sich mittwochs abends nach der Öffnungszeit. Hier wird dann gefeilt und geschliffen, gefräst, genietet, gespachtelt und verkleidet, dort werden in einem Gewirr von Kabeln neue Stränge gezogen, Glühlampen ausgetauscht, die Kurzschlüsse beseitigt, neue Schalter eingebaut, Leitungsverläufe geklärt etc. und das meistens in gebückter Haltung auf engstem Raum.
An der Canberra wird noch weitergearbeitet und die Arbeit wird auch noch einige Zeit andauern, denn bis auf ein Crew-Mitglied sind noch alle voll berufstätig.
Bei der Buccaneer geht es jetzt in die Endphase. Nun ist die Zeit des Lackierers gekommen. Schon seit einigen Wochen wechselt die Buccaneer häufig ihre Farben. Zunächst werden die Roundels erneuert, was nicht ohne vorherige präzise und zeitaufwendige Abklebearbeiten geschieht. Danach entsteht aus der durch den „Zahn der Zeit“ verwitterten Hülle eine beinahe neue Kanzel in beeindruckendem camouflage, das heißt in grau-grüner Tarnbemalung. Beim nächsten Arbeitsgang folgen Markierungen in weißer, roter, schwarzer und gelber Farbe. Kompressor, Farbpistole, Rollen, Abdeckmaterial und Atemschutzmaske gehören zur ständigen Ausrüstung. Lediglich die Beschriftungen fehlen noch, und die werden zweisprachig sein. Das war bei der Royal Air Force Germany üblich. Danach wird die Buccaneer zur 16. Staffel gehören.

Danke an Martin K. für die Lackierung und an Dick, Jörg, Michael F., Rod und Sven von der Cockpit-Gruppe.

(M.B.)