Ein neues Diorama oder die Story der B.100


Unser Museumsverein hat es sich zur Aufgabe gemacht, in erster Linie die Anwesenheit der Royal Air Force Laarbruch in der Zeit von 1954-1999 zu dokumentieren. Darüber hinaus werden auch Exponate der RAF Germany ausgestellt, wobei die Anzahl der Ausstellungsstücke und die räumlichen Gegebenheiten begrenzt sind. Eine weitere Aufgabe besteht aus regelmäßiger Recherchearbeit. In der einschlägigen militärhistorischen Literatur stießen wir auf textliche Hinweise und Fotos, die die erste Anwesenheit der RAF auf die Zeit kurz vor Ende des 2. Weltkrieges zurückdatieren und eindeutig belegen.

In den Monaten März und April 1945 befand sich für etwa sechs Wochen ein Feldflugplatz der RAF auf dem Gelände des späteren Militärflugplatzes Laarbruch, ein Teil lag etwas außerhalb.

Es war der erste Feldflugplatz der Briten auf deutschem Boden. Sie nannten ihn B.100 Goch, obwohl er nicht zum Territorium dieser Stadt gehörte. Auch hatte dieser zu keiner Zeit irgendwelche Berührungspunkte mit der Royal Air Force Goch, die dort von 1954-1961 präsent war und hier keinen Flugplatz besaß. Somit ist die Ortsbezeichnung topographisch nicht korrekt, jedoch aufgrund des Bekanntheitsgrades der Stadt unter den Alliierten verständlich, war Goch doch einer der Hauptumschlagplätze für die Rheinüberquerung (Operation Plunder). Möglich ist auch, dass man sich zusätzlich aus phonetischen Gründen für die Bezeichnung Goch entschieden hat.
Ein solcher Grund könnte auch 1954 die Briten bei der Wahl der Ortsbezeichnung für ihren Militärflugplatz dazu bewogen haben, sich nicht für den tatsächlichen Ort, nämlich die Gemarkung Hees zu entscheiden, sondern für Laarbruch, das bekanntlich auf der anderen Seite der L 361 liegt.


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Die (kriegs-) geschichtliche Bedeutung für die Region und die Tatsache, das vielen die Existenz dieses Flugfeldes nicht bekannt ist, führten zu dem Entschluss, an diese kurze Zeitspanne durch ein Diorama und Informationstafeln zu erinnern.
Beim Bau des Dioramas wurde versucht, soweit wie möglich eine Authentizität in der Darstellung zu erreichen. Anhand der vorliegenden Fotos und Daten konnte diese teilweise nur symbolisch gelingen. Erarbeitet und umgesetzt wurde das gesamte „Projekt“ einschließlich der Recherchearbeiten von Terry und Manfred. Beide zählen zu den Enthusiasten in unserem Verein. Terry ist auch dafür bekannt, das er dann zur Höchstform aufläuft, wenn andere längst schlafen. Er recherchiert dann in der Literatur oder via Internet oder greift zur Pinzette oder Feile, streicht und klebt, mal mit feinstem Pinsel, mal mit einer Air Brush-Pistole, wartet geduldig den Trocknungsvorgang ab und trägt dann behutsam die Decals auf, auch wenn der Uhrzeiger inzwischen auf 01.30 Uhr vorgerückt ist. Unter Insidern ist bekannt, dass er vor einiger Zeit ein Flugzeugmodell aus drei verschiedenen Bausätzen gebaut hat. Natürlich war dies hinterher nicht mehr nachzuvollziehen. Zu sehen ist dieses in unserem ersten Diorama.
Auch war es jetzt wieder seine Aufgabe, für die Darstellung des Feldflugplatzes sämtliche Bausätze der Flugzeugtypen, Fahrzeuge und Sonderzubehör zu ordern, z. T. in England, Asien und Australien.

Die landschaftliche Gestaltung oblag der Kreativität und Improvisation Manfreds, der aufgrund der wenigen Vorlagen und bestimmten Modellbauvorgaben gezwungen war, Realität und Phantasie in Einklang zu bringen.

Entstanden ist ein vielseitiges Diorama, wobei es sich aus Platzgründen nur um einen Ausschnitt der B.100 handelt. In ihm finden 15 Flugzeugmodelle, darunter Thypoons, Spitfires, Auster, Liberator und Thunderbolt, alle mit authentischen Bemalungen und Markierungen, diverse Fahrzeugtypen, Flugabwehrgerät und über 50 Figuren: Piloten, Aircrew und Bodenpersonal, alles im Maßstab 1:72, ihren Platz.

Abgerundet wird es durch zwei Informationstafeln mit Reproduktionen authentischer Fotos, Kartenmaterial sowie textlichen Hinweisen und Erklärungen. Wer sich außerhalb unseres Museums über die damalige Kriegssituation und die genaue Lage des Feldflugplatzes informieren möchte, der sollte auf unserer Website den Menüpunkt B.100 anklicken.
Zum Schluss noch ein Dank an Jürgen C., der uns einige Fotos und Reproduktionen der Staffelwappen zur Verfügung gestellt hat.

(M.B.)  
 

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