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Gruppenbild mit Fliegern: Helmut
Hartmann, Wacky Knechten und Martin Verbeeten (von
links).ERÖFFNUNGAn diesem Schild mussten die Piloten früher auf
die Starterlaubnis warten. |
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ZEITGESCHICHTE. Weezer
Erinnerungen an die Briten haben ab Sonntag einen Platz im
Royal-Air-Force-Museum Laarbruch.
WEEZE. Der typische "Bionade"-Trinker
ist Helmut Hartmann eigentlich nicht. Genau genommen hat der Weezer
nicht mal gewusst, dass aus den Flaschen, die er vor zwei Monaten im
Getränkemarkt entdeckte, Biobrause sprudelt. Die ist bei ökologisch
angehauchten jungen Menschen zurzeit sehr angesagt. Hartmann wusste
nur eins: "Das ist unser Getränk!" Denn auf den Kronkorken sind
rot-weiß-blaue Kreise - genau so, wie sie damals auf den Flugzeugen
der Royal Air Force (RAF) in Weeze waren.
Wenn am nächsten Sonntag
das Air-Force-Museum auf dem Gelände des Flughafens eröffnet, werden die
Hausherren mit den Limo-Flaschen anstoßen. "Das ist unser Fliegerbier",
sagt Hartmann und lacht. Der Vorsitzende des Vereins "RAF-Museum
Laarbruch Weeze" freut sich, dass in wenigen Tagen die ersten Besucher
kommen. Und das, obwohl noch gar nicht alles fertig ist.
Ein Foto von der Queen
Wacky Knechten kniet mit
Schutzbrille auf der Nase vor der Eingangstüre und lässt die Funken
fliegen. Der Handwerker des Vereins, der als Techniker bei der Deutschen
Bahn arbeitet, schweißt noch an der Rampe für Rollstuhlfahrer. Die muss
bis zur Eröffnung fertig sein. Für den Rest wollen sich die Ehrenamtler
Zeit lassen und ihre Türen trotzdem schon öffnen. Der Zeitpunkt ist
ideal, denn wenige Meter weiter feiert der Flughafen am Sonntag die neue
Ryanair-Basis mit großem Tamtam. "Wir wollen den Aufwind nutzen und mit
durchstarten", sagt Hartmann.
Viel Zeit für die
Vorbereitung hatte das engagierte Museums-Team nicht. Am 30. Januar 2006
gründete sich der Verein, der nun 60 Mitglieder hat. Allesamt Menschen,
denen die Geschichte der Briten in Weeze am Herzen liegt. "Es wäre doch
schade, wenn all die Erinnerungen in der Schublade verschwinden", meint
der stellvertretende Vorsitzende Martin Verbeeten. Also haben sie sich
an die Arbeit gemacht und über 300 Überbleibsel aus 45 Jahren Royal Air
Force Laarbruch zusammengetragen. Präsentiert werden historische Schätze
wie Fotos vom Besuch der Queen, Uniformen oder Flugzeugmodelle in der
ehemaligen St. Peter Kirche, die der Flughafen dem Verein zur Verfügung
gestellt hat. Sponsoren aus der Region halfen mit, dass eine Heizung
installiert und Wände gestrichen werden konnten. Gemeinde Weeze und
Stadt Goch stellten Dokumente aus ihren Archiven zur Verfügung.
Es ist nicht nur die
Geschichte des Militär-Flughafens, die in der ehemaligen Kirche bewahrt
werden soll. Im Mittelpunkt steht vor allem die Erinnerung daran, wie
aus den Besatzern Freunde wurden. "Wir haben fast alle eine besondere
Beziehung zu den Briten", sagt Hartmann, der als kleiner Junge immer zum
Flughafen geflitzt ist, um den Militärmaschinen beim Landen zuzuschauen.
Vereinskollege Wacky Knechten hat heute noch Brieffreunde, die aus Weeze
zurück nach England gezogen sind.
Über Kontakte wie diese
könnte es vielleicht gelingen, ein Flugzeug zu bekommen, das als
Blickfang vor dem Museum stehen wird. Dort weist jetzt schon das alte
Schild den Weg, das früher am Eingang des Militärflughafens stand.Am
Sonntag, 3. Juni, eröffnet das RAF-Museum Laarbruch Weeze um 14 Uhr. Der
Eintritt ist an diesem Tag frei. Sonstige Öffnungszeiten: Mi, Sa, So
14-17 Uhr, so lange die Einrichtung des Museums noch nicht vollendet
ist, kostet der Eintritt einen Euro, später drei Euro. Wer noch weitere
Erinnerungsstücke aus der Zeit 1954-1999 hat, kann sich bei Helmut
Hartmann melden Tel: 02837/82 90. Info: www.laarbruch-museum.net |